Ich habe gesündigt, was tat ich dir an!

Ich habe gesündigt, was tat ich dir an?
Dr. W. A. Criswell
Hiob 7,20
30.05.1982

 

 

Der Titel der heutigen Predigt kommt aus dem Leben Hiobs. Es ist der qualvolle Schrei des alten Patriarchen in Hiob 7,20: „Ich habe gesündigt, was tat ich dir an?”

Der Hintergrund wird wichtig für uns, wenn wir über den Charakter des Mannes, der diesen qualvollen und herzzerreißenden Schrei ausstieß, lesen. Im 1. Kapitel des Buches Hiob, im 1. Vers heißt es: Es war ein Mann im Lande Uz, der hieß Hiob. Der war fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und mied das Böse.“ Das sagt die Bibel über ihn. Jetzt lesen wir in Vers 8, was Gott über ihn sagt: „Der HERR sprach zum Satan: Hast du achtgehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es ist seinesgleichen nicht auf Erden, fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und meidet das Böse.“ Das ist, was Gott über ihn sagt. Dann lese ich im 7. Kapitel, Vers 20 und ich höre seinen herzzerreißenden Schrei: „Ich habe gesündigt, was tat ich dir an?”

Es ist nicht nur ein Pharao, der das Volk Gottes unterdrückte, der rief: „Ich habe gesündigt.“ (Ex 10,16) Es ist nicht nur ein König Saul, der Gott ungehorsam war, den der Geist des Herrn verließ und der rief: „Ich habe gesündigt.“ (1 Sam 15,24) Es ist nicht nur Judas Iskariot, der unseren Herrn verriet und rief: Ich habe gesündigt, denn ich habe schuldloses Blut überliefert“ (Matt 27,4), sondern es ist auch der königliche Hofprediger und Prophet Jesaja, der rief und sprach: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen.“ (Jes 6,5) Es ist auch der unvergleichliche Apostel Paulus, der sagte: „Ich bin der erste der Sünder.“ (1 Tim 1,15) Es ist auch der heilige Apostel Johannes, der schrieb: „Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.“ (1 Joh 1,10)

Es ist nicht nur die Bibel, die von der Universalität der Sünde spricht; mehrmals wird im Alten Testament, wie zum Beispiel im Buch der Könige und in der Chronik, erklärt: „Denn es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt.“ (1 Kön 8,46) Und in der großen Lehr-Abhandlung über die Erlösung im Brief an die Römer, im dritten Kapitel wird in dem Bekenntnis: „Es ist keiner gerecht, auch nicht einer“ (Röm 3,10), der Grundstein für die gesamte Nachfolgeargumentation gelegt. „Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes.“ (Röm 3,23) Das ist nicht nur in der Bibel zu finden, wir lesen die gleiche qualvolle Charakterisierung der Menschheit auch in der antiken Literatur.

Sophokles, der große, begabte griechische Tragiker und Dramatiker, sprach von der Universalität der Sünde. Und Seneca, der stoische Philosoph und Moralist, schrieb über die vernichtenden Folgen der Sünde im menschlichen Leben. Wenn die moderne Literatur – Fiktion und Drama und Poesie und die Szenen, die wir im Fernsehen sehen und im Radio hören – wenn also die modernen Medien beschuldigt werden, anzüglich und unmoralisch und gewalttätig und blutig zu sein, dann lautet die Antwort der Autoren einfach: wir sind nur Realisten, wir zeigen das Leben, wie es ist. Nicht nur in der christlichen Welt wird die Universalität der Sünde im menschlichen Leben gesehen; diese wurde durch die Verkündigung des Evangeliums der Sünde gegenüber sensibilisiert. Sie wird nicht weniger in der ganzen heidnischen Welt gesehen.

 

Viele, viele Jahre lang habe ich jedes Jahr im Sommer längere Zeiten in der Missionsarbeit verbracht, habe in fremden Ländern und auf anderen Kontinenten gepredigt. Und wenn ich hier nach Dallas und in die Gemeinde zurückkam, wurde ich oft gefragt: „Pastor, wie predigen Sie diesen Steinzeit-Indianern im Amazonas-Dschungel oder den unwissenden, schwarzen Stämmen im Herzen von Zentralafrika? Was sagen Sie? Wie predigen Sie denen?“ Und meine Antwort war sehr klar und sehr einfach: „Ich beginne mit der Tatsache des schwarzen Tropfens der Sünde in unseren Herzen. Dann stehen wir auf kollektivem Boden“, antwortete ich, „wenn ich mit der Sünde in unserem Leben beginne. Ob wir Christen sind oder ob wir in den Tiefen des Heidentums stecken, wir sind alle gleich, wir sind uns unserer Sünde bewusst.“

Wie sollen wir Gott begegnen in unserer Sünde? Höchst emphatisch sagt die Offenbarung des Geistes Gottes: „Die Seele, die sündigt, die soll sterben.“ (Hes 18,20). „Und der Lohn der Sünde ist der Tod.“ (Röm 6,23) Gott knüpft diese beiden Aussagen zusammen und wir können sie nicht trennen. Sünde bedeutet Tod. Ich bin ein sterbender Mann, weil ich sündige. Und wir sind ein sterbendes Volk, weil wir sündigen. Mein Körper stirbt. Ich wäre unsterblich, wenn ich kein Sünder wäre. Mein Körper stirbt, weil ich sündige. Und meine Seele stirbt abgeschnitten von Gott, weil ich sündige. Die Bibel nennt diese Trennung meiner Seele von Gott den „zweiten Tod“ (Offb 20,14-15) oder die „Hölle“. Leider ist „Hölle“ zu solch einem abgenutzten Schimpfwort geworden. Es hat seine geistliche Bedeutung verloren. Aber „der Lohn der Sünde ist der Tod“ und wir alle stehen diesem unvermeidlichen Urteil gegenüber. Und das ist der Grund für den qualvollen, herzzerreißenden Schrei dieses gerechten Patriarchen Hiob: „Ich habe gesündigt, was tat ich dir an?“

Man kann verschiedenes im Leben der Menschen und in unserem eigenen Leben als Antwort auf diesen Schrei beobachten. Als erstes dieses: wir beschuldigen jemand anderes. Das war von Anfang an so gewesen. Adam sprach zu Gott in seiner Sünde und Übertretung: „Die Frau, die du mir gegeben hast, sie gab mir zu essen.“ Und die Frau sagte zu Gott: „Die Schlange betrog mich, und ich aß von der verbotenen Frucht.“ (Gen 3,12-13) Das ist unsere charakteristische, universelle Antwort, die wir Gott seitdem geben: „Es ist seine Schuld“, oder: „Es ist ihre Schuld“, oder: „Es ist deren Schuld. Es ist nicht meine Schuld. Es ist die Schuld von jemand sonst. Es ist die Schuld des Richters. Es ist die Schuld des Polizisten. Es ist Gruppenzwang. Es ist die Gang, zu der ich gehöre. Es ist die Gesellschaft, in der ich lebe. Es ist die Kultur, zu der ich gehöre. Es ist die Schuld meiner Eltern. Es ist die Schuld von jemand anderem.“

Eines der Sprichwörter bei Jeremia und bei Hesekiel ist dieses: „Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.“ (Jer 31,29) Wir tragen die Sünden von jemand anderem, jemand anderes ist schuld. Und Gott, der Herr sagte: „Was meint ihr, wenn ihr dieses Sprichwort benutzt: `Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden?´“ (Hes 18,2) „So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr,… die Seele, die sündigt, soll sterben.“ (Hes 18,3-4) Im Denken und im Handeln Gottes gibt es nicht so etwas wie die Übertragung von Schuld. Wir können die Folgen der Sünden unserer Vorfahren zu tragen haben als Generationen, die nach ihnen kommen; aber es gibt nicht so etwas wie eine Übertragung von Schuld. Unsere Väter sind vor Gott für ihre Sünden verantwortlich und ich bin für meine Sünden vor Gott verantwortlich. Ich werde von Gott nicht für Sünden meines Vaters zur Rechenschaft gezogen werden. Denn „die Seele, die sündigt, die soll sterben“ (Hes 18,20). Ich kann meine Sünden auf niemanden abwälzen, ich bin verantwortlich. Das gesamte Wasser im Ozean kann dem Schiff nicht schaden, es sei denn, es kommt in das Schiff rein. Und all die Teufel der Hölle können eine menschliche Seele nicht zerstören, wenn sie nicht erwählt und ins Herz eingeladen werden. Ich kann die Schuld für meine Sünden nicht auf jemand anders schieben, ich bin verantwortlich.

Was ist unsere Antwort an Gott? „Ich habe gesündigt, was tat ich dir an?“ Oft denken wir, dass mit der Zeit, wenn die Tage vergehen, unsere Sünden begraben und unsichtbar werden und dann wird man nicht mehr an sie denken. Das wäre schön, gäbe es nicht die Tatsache, dass es bei Gott keine Vergangenheit gibt. Es gibt auch keine Zukunft bei Gott. Bei ihm gibt es nur die Gegenwart. Gott sieht das Ende von Anfang an und die ganze Geschichte ist immer präsent vor ihm, wie auch unser ganzes Leben.

Im 49. Kapitel des Buches Genesis wird ergreifend dargestellt, wie wirkungslos die Zeit ist, wenn es darum geht, unsere Sünden zu begraben. Jakob, der auch Israel heißt, hat seine zwölf Söhne um sich versammelt und einer von ihnen soll den Segen erhalten. Er beginnt mit dem Ältesten, mit Ruben. Ruben, der erstgeborene Sohn, sollte den Segen erben. Aber als Jakob auf seinem Sterbebett den Segen verleiht, wendet er sich an seinen Erstgeborenen, seinen ältesten Sohn, Ruben, und sagt: „Ruben,… du bist auf deines Vaters Lager gestiegen, daselbst hast du mein Bett entweiht, das du bestiegst.“ (Gen 49,3-4) Meine Lieben, die Sünde von Ruben lag vierzig Jahre zurück. Aber an jenem Tag des Gerichts und der Verkündung war sie so lebendig und so sichtbar wie damals, vor vierzig Jahren, als Ruben sie beging. Zeit verändert unsere Sünde nicht.

Es gibt diejenigen unter uns, die glauben, Geheimhaltung wird unsere Sünde begraben. „Ich werde es versteckt halten und niemand wird es erfahren. Geheimhaltung wird die Sünde verborgen halten.“ Es gibt keinen von uns, der sich in der göttlichen Gegenwart verbergen könnte. Wenn ich einen riesigen Bildschirm hätte und ihn hier oben auf der Bühne platzieren würde und alle Gedanken Ihres Lebens und alle Taten Ihres Lebens – in der Kindheit, in der Jugend, im Erwachsenenalter – und wenn ich all die Phantasie Ihres Herzens und die Taten des Lebens auf diesem Bildschirm präsentieren würde, es gäbe nicht einen unter uns, der seinen Kopf nicht in Scham und Schande beugen würde. Die Bibel bestätigt, zum Beispiel im 11. Kapitel des Buches der Psalmen, dass Gott unser ganzes Herz sieht und unsere Gedanken sind immer aufgedeckt vor ihm. Geheimhaltung vermag unsere Sünden vor Gott nicht zu verstecken.

„Ich habe gesündigt, was tat ich dir an?“ Die gesamte religiöse Welt hat irgendeine Art von Ritual oder Zeremonie, um sich von der menschlichen Sünde zu befreien. Überall in Afrika habe ich auf Steinen und Stöcken und großen Felsen und großen Bäumen Blut gesehen – Zeremonien der Animisten, die versuchen die Menschen von der Sünde zu befreien. Als ich in Agra war, bemerkte ich, dass der heilige Jamuna-Fluss nach Taj Mahal fließt und sich dann in einer großen Kurve wendet. Und als ich dort diese schönste architektonische Schöpfung der Welt besuchte, sah ich dort Tausende von Indern in den heiligen Wassern des Jamuna-Flusses baden, um ihre Sünden abzuwaschen. Überall auf dieser Welt, auf der ganzen Welt habe ich große Versammlungen von Menschen in den Kirchen und Kathedralen und in Tempeln gesehen, die durch alle Arten von Riten und Zeremonien gehen, mit der Hoffnung die menschliche Sünde abzuwaschen. Ich denke dabei an den Schrei von Micha in Kapitel 6,6-7:

 

„Womit soll ich mich dem HERRN nahen, mich beugen vor dem hohen Gott? Soll ich mich ihm mit Brandopfern nahen und mit einjährigen Kälbern? 7 Wird wohl der HERR Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen für meine Übertretung geben, meines Leibes Frucht für meine Sünde?“

„Ich habe gesündigt, was tat ich dir an?“ Es gibt diejenigen, die ihre Sünde zu sühnen, ihre Sünde wegzuwaschen versuchen durch eine Art von Selbstkasteiung oder irgendeine Art von persönlicher Bußleistung.

Als ich jung war, bei meinem ersten Besuch in New York City, noch bevor das Fernsehen erfunden wurde, ging ich in das RCA-Gebäude in der Radio City und sah mir ein nationales Programm, eine Radiosendung live an. Und jene Radiosendung ist in meinem Kopf heute so lebendig, als ob ich dort gerade sitzen und diese Akteure bei dem Präsentieren des Dramas beobachten würde, obwohl es schon so lange her ist. Es lief so: Da war ein Mann, der in eine Arztpraxis kam und sagte: „Herr Doktor, sehen Sie den Fleck auf meiner Hand? Schneiden ihn raus, schneiden Sie ihn aus meiner Hand raus, ich kann den Schmerz nicht mehr ertragen.“ Und der Arzt sah auf seine Hand und sagte: „Warum, mein Herr? Es ist nichts falsch mit Ihrer Hand.“

„Herr Doktor, schneiden Sie es weg! Schneiden Sie es raus!“

„Warum?“, sagte der Arzt. „Haben Sie Schmerzen in der Hand? Es ist nichts falsch mit der Hand.“

Und der Mann sagte: „Meine schöne, liebe Frau war weg zu einem Besuch. Und als die Zeit für ihre Rückkehr näher kam, kaufte ich ihr ein schönes Geschenk. Und ich ging in ihr Schlafzimmer und zog eine Schublade auf, um mein Geschenk zu verstecken, so dass sie es sicher entdecken und unter ihren persönlichen Dingen finden würde. Und als ich die Schublade öffnete und mein Geschenk verstecken wollte, sah ich dort ein Bündel Briefe, gebunden mit einem schönen blauen Band. Und als ich näher hinsah, erkannte ich die Handschrift von meinem besten Freund. Ich hob sie auf. Es stand kein Empfänger drauf noch waren sie mit einem Namen unterzeichnet, nur „dein Liebhaber“ stand da drauf. Aber als ich die Briefe las, hatte ich vor mir den Beweis ihrer Falschheit und Untreue. Es war verheerend. Ich verschnürte sie sorgfältig mit dem Band und legte sie zurück in die Schublade.

Und als meine Frau, so schön und so lieblich, nach Hause kam, begrüßte sie mich: „Oh Schatz, ich bin so froh dich zu sehen. Ich bin so froh zurück zu sein.“ Und als ich nicht antwortete, fragte sie: „Bist du krank? Geht es dir schlecht? Stimmt etwas nicht?“

„Ach“, sagte der Mann, „das Biest, das Biest! Wie konnte sie mich so zärtlich und liebevoll begrüßen und doch so untreu sein? In dieser Nacht ging sie in ihr Zimmer schlafen und ich in meins. Und nach einer kleinen Weile ging ich an ihre Tür und ich hörte ihre ruhige Atmung. Ich öffnete die Tür und ging hinein und das Mondlicht überflutete ihr schönes, wunderschönes Gesicht. Und ich schaute auf ihr Gesicht. Wie konnte jemand so schön und so kostbar und so untreu sein? Das Biest!“

Er sagte: „Herr Doktor, ich nahm meine beiden Hände und ich legte sie um ihren Hals. Nur für einen Moment sah sie mich erschrocken mit Erstarrung an. Und dann drückte ich meine Hände zusammen. Und während sie zu Tode erstickte, fiel ein Tropfen Blut aus ihrem Mund auf meine Hand. Können Sie es nicht sehen? Schneiden Sie es raus! Schneiden Sie es raus!“

Der Mann sagte: „Herr Doktor, ich habe das Zimmer in Unordnung gebracht, so, als ob es ein Einbruch war. Dann rief ich die Polizei. Einige Tage später rief ihre beste Freundin mich an und sagte: Als du die persönlichen Sachen deiner Frau durchgeschaut hast, hast du nicht zufällig ein Bündel Briefe, mit einem blauen Band gebunden, gefunden?“

Ich sagte: „Ja, warum, warum?“

Sie sagte: „Würdest du sie mir zurückgeben? Sie gehören mir. Ich wagte nicht, sie in meinem Haus zu behalten und gab sie ihr unter der Bedingung, dass sie sie niemals lesen würde.“

„Herr Doktor, ich weinte und sagte: `Du sagst, diese Briefe waren an dich adressiert und nicht an meine Frau?´“

„Ja“, antwortete die Freundin, „sie gehören mir. Und wenn du kannst, bringt sie mir bitte zurück.“

„Herr Doktor, ich habe meine süße und schöne und unschuldige Frau ermordet. Sehen Sie den Fleck nicht? Schneiden Sie ihn raus! Schneiden Sie ihn raus!“

Der Arzt sagte: „Warten Sie einen Moment.“ Und er ging in ein anderes Zimmer und als er dort war, hörte er einen Schuss. Und er kam zurück und sah den Mann in seinem eigenen Blut liegen. Und während er starb, flüsterte der Mann: „Herr Doktor, ich will zu ihr gehen, um sie um Verzeihung zu bitten.“

Wir sind uns unserer eigenen Schuld und Sünde zutiefst bewusst. „Ich habe gesündigt, was tat ich dir an?“ Das ist die einzigartige Verkündigung des Evangeliums von der Gnade des Sohnes Gottes. Er sagte: „Das ist mein Blut des neuen Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“ (Mt 26,28)

Es ist eine Erfahrung, die wir alle gemacht haben, die wir Zuflucht und Glauben und Vergebung in Christus gefunden haben: das ist, von den Knien aufzustehen mit der Verheißung und dem Wissen, dass Gott uns unsere Sünden vergeben hat. Die Erfahrung unserer Bekehrung kann tausend verschiedene Wendungen gehabt haben, aber in diesem sind wir alle gleich: Wir bekennen unsere Sünden vor Gott und wir wissen in unseren Herzen, dass Gott uns um Christi willen vergeben hat.

Die Bibel sucht nach starken Bildern, um uns von dieser Vergebung zu überzeugen. Im 103. Psalm heißt es: „So fern der Osten ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Vergehen.“ (Ps 10312) In dem 44. Kapitel des Buches Jesaja lesen wir in Vers 22: „Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel.“ Und im 38. Kapitel, in Vers 17: „Du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück.“ Im siebten Kapitel des Buches Micha: Er wird „alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“ (Mi 7,19).

Haben Sie sich je gefragt, warum man in den anderen Religionen nicht singt? Man singt nicht im Buddhismus. Man singt nicht im Islam. Man singt nicht im Hinduismus. Der Muslim singt nicht, der Buddhist singt nicht, der Hindu singt nicht; aber der Christ singt die ganze Zeit. Warum? Wegen der überfließenden Dankbarkeit der Seele, die sich auf keine andere Weise ausdrücken kann als durch Lob und Dank für die Vergebung Gottes.

 

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