Die unverzeihliche Sünde

 

 

 

Die Sünde zum Tode
Dr. W. A. Criswell
1. Johannes 5,16-17
06.06.1982
 

Unser Predigttext heute ist 1. Johannes 5,16-17 und dort geht es um „die unverzeihliche Sünde“: „Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so mag er bitten, und Gott wird ihm das Leben geben – denen, die nicht sündigen zum Tode. Es gibt aber eine Sünde zum Tode; bei der sage ich nicht, dass jemand bitten soll. 17 Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt Sünde nicht zum Tode“.

Wenn man die Kommentare und die Ausleger und die Grammatiker und die Exegeten studiert, wird man feststellen, dass sie sich deutlich in zwei Gruppen unterteilen, während sie versuchen, die Bedeutung des Textes zu erklären. Die Hälfte von ihnen sagt, dieser Tod bezieht sich auf den physischen Tod. Und sie behaupten das, weil es in dem Abschnitt heißt: „Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, dann soll er für ihn beten.“ Weil er ein christlicher Bruder ist, schlussfolgern sie, ist es unmöglich, dass er die unverzeihliche Sünde begehen könnte, eben die Sünde zum Tode. Deshalb, sagen sie, bezieht sich dieses Wort „Tod“ auf den physischen Tod, auf das Gericht Gottes über die Sünde, das zum Zerfall dieses Körpers führt, zum physischen Tod. Es gibt etwa gleich viele, die sagen, dass das Wort sich auf den ewigen Tod bezieht, auf die Verdammnis, auf den geistlichen Tod, eben auf die Sünde zum Tode. Und sie sagen, dass das Wort „Bruder“ hier nicht bedeutet, dass der Mensch ein Kind Gottes ist, er ist nur scheinbar ein Bruder, er ist tatsächlich von der Welt beherrscht, er ist nicht gerettet. Und sie erklären weiter, dass die Worte „Tod“ (griechisch: thanatos) und „Leben“ (griechisch: zoe) ohne Ausnahme von dem Apostel für den ewigen Tod und für das ewige Leben verwendet werden. Und in allen Schriften des Johannes gibt es da keine Ausnahme: im Evangelium, in diesen drei Briefen und in der Offenbarung. Überall verwendet Johannes ausnahmslos thanatos, um die ewige Verdammnis zu beschreiben und zoe, um das ewige Leben zu bezeichnen.

Nun, ich habe die Heilige Schrift gelesen und studiert, so gut ich es kann, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich auf beides bezieht: „Tod“ meint den physischen Tod – es gibt Sünde zum physischen Tod, aber es gibt auch die Sünde zum ewigen Tod. Ich finde gleich am Anfang beide. Gott, der Herr sprach zu unseren ersten Eltern: „An dem Tag, an dem du davon isst, wirst du des Todes sterben.“ (Gen 2,17)

„Nun, Gott hat das nicht so gemeint, Gott ist zu nett und zu gut, um jemanden zum Tode zu verdammten. Das ist Torheit, das ist Schwachsinn!“ – So argumentieren heute viele.

Schauen Sie sich einmal um. Gott ist ein Gott des Gerichts und der Zorn Gottes ist genau so realistisch wie die Barmherzigkeit Gottes. Die Gerichte Gottes sind schrecklich. „An dem Tag, an dem du davon isst, wirst du des Todes sterben.“ Und an jenem Tag, an dem sie nicht gehorcht haben, starben sie geistlich. Und an jenem Tag des Herrn starben sie physisch. Gottes Wort sagt, dass ein Tag bei dem Herrn wie tausend Jahre ist (2 Petr 3,8). Und es ist eine seltsame, aber relevante Tatsache, dass niemand jemals über diesen „Tausend-Jahre-Tag“ hinaus gelebt hat. So werden wir es in beide Richtungen untersuchen, wie ich es in der Bibel eben lese. Wir werden zunächst über die Sünde zum physischen Tod reden, dann über Sünde zum möglichen Tod und dann über die Sünde zum ewigen Tod, die unverzeihliche, unvergebbare Sünde.

Zunächst die Sünde zum physischen Tod: die Sünde des begehrlichen Ungehorsams, die zum physischen Tod führt. Im 7. Kapitel des Buches Josua wird uns die Geschichte von Achan erzählt. Gott sagte, dass die gesamte Beute von Jericho geweiht ist; sie ist nicht unter den Eroberern der Stadt aufzuteilen, sie ist Gott geweiht. Gott gab den Sieg. Aber Achan – als er einen babylonischen Mantel und Silberlinge und eine goldene Stange sah, versteckte er sie. Gott verurteilte ihn und er starb. Ganz Israel steinigte ihn und verbrannte ihn und seine Familie mit Feuer (Jos 7,25). Es gibt Sünde zum Tode.

In jedem der drei Fälle werden wir die gleiche Sache auch im Neuen Testament sehen. In Kapitel 5 in der Apostelgeschichte lügen Ananias und Saphira gegen den Heiligen Geist. Erst Ananias und er fällt tot um. Dann stimmt seine Frau Saphira der Lüge zu, der Behauptung der Habgier: „Wir haben alles für den Herrn gegeben“, und dabei hatten sie einen Teil für sich selbst behalten. Und sofort fiel auch sie tot um (Apg 5,8-10). Es gibt Sünde zum physischen Tod: den begehrlichen Ungehorsam.

Darüber hinaus gibt es rituelle, zeremonielle Sünde, den Ungehorsam zum Tode. Im 10. Kapitel des Buches Levitikus lesen wir: „Und Aarons Söhne Nadab und Abihu …brachten so ein fremdes Feuer vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte. Da fuhr ein Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, dass sie starben vor dem HERRN.“ (Lev 10,1-2) Die Sünde zum Tode. Ich wende mich nun zum Neuen Testament. In Kapitel 11 im 1. Korintherbrief, nachdem der Herr dem Apostel Paulus die Heiligkeit des Abendmahls, des Tisches des Herrn, offenbart hatte, schreibt Paulus:
Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch. 29 Denn wer so isst und trinkt, dass er den Leib des Herrn nicht achtet, der isst und trinkt sich selber zum Gericht. 30 Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und nicht wenige sind entschlafen.

  1. Korinther 11,28-30

Das ist Paulus‘ Art zu sagen, dass sie gestorben sind. Es gibt Sünde zum Tode: rituelle Sünde, zeremonielle Sünde. „Nicht wenige sind entschlafen“, sie sind wegen ihrer verächtlichen, ungeistlichen Haltung gegenüber dem Heiligen Abendmahl gestorben.

Es gibt einen Ungehorsam zum Tode: die Sünde zum Tode. Und wenn ich in das Neue Testament hineinschaue, lese ich, wie der Herr zu der Gemeinde in Thyatira sagt: „Siehe, ich werfe sie aufs Bett, und die mit ihr die Ehe gebrochen haben in große Trübsal, wenn sie sich nicht bekehren von ihren Werken, und ihre Kinder will ich mit dem Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, dass ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht, und ich werde geben einem jeden von euch nach euren Werken.“ (Offb 2,22-23) Es gibt eine Sünde des Ungehorsams zum Tode.

Ich lese die gleiche Sache im ersten Kapitel des Römerbriefes. „Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, so dass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden,… Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; 27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen.“ (Röm 1,24-27) Es gibt Sünde zum Tode.

Es gibt Sünde zum Tode: den gewalttätigen Ungehorsam. „Als nun die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: … Auch weißt du sehr wohl, was mir getan hat Joab, der Sohn der Zeruja, was er tat den zwei Feldhauptleuten Israels, Abner, dem Sohn Ners, und Amasa, dem Sohn Jeters, wie er sie ermordet hat und so im Krieg vergossenes Blut im Frieden gerächt und unschuldiges Blut an den Gürtel seiner Lenden und an die Schuhe seiner Füße gebracht hat. 6 Tu nach deiner Weisheit, dass du seine grauen Haare nicht in Frieden hinunter zu den Toten bringst.“ (1 Kön 2,1.5-6) Und Salomo gebot Benaja, Joab zu töten. Die Sünde zum Tode. „Und Joab ging in das Haus Gottes und fasste die Hörner des Altars“, und Benaja wusste nicht, was er tun sollte. So kam er zu dem König und der König sagte: „Stoß ihn nieder, und begrab ihn!“ Und Benaja tötete ihn dort, am Altar Gottes (1 Kön 2,29-34). Es gibt Sünde zum Tode, die gewalttätige Sünde.

Ich lese in Gottes heiligem Wort, dem wunderbaren, genialen Wort des Herrn, in Matthäus 26,52: „Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“ Es gibt Sünde zum Tode.

Es gibt den Tod, es gibt die Sünde zum Verlust der Gelegenheit. Ich lese im 4. Buch Mose, im Buch Numeri. Israel kommt nach Kadesch Barnea und Gott spricht zu ihnen: „Ich gebe euch das Land, nehmt es ein; es gehört euch, und ich will mit euch gehen. Und ich werde euch jeden hohen Ort und jeden niedrigen Ort, jede Stadt und jedes Dorf ausliefern, es ist alles in eurer Hand, es gehört alles euch. Denn der Tag ist gekommen, um die Amoriter und die Kanaaniter zu richten. Ich habe sie aufgegeben.“ So kommt Israel nach Kadesch Barnea und schickt Späher aus. Und zehn von ihnen sagen: „Wir sahen dort auch Riesen, Anaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen, und wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken und waren es auch in ihren Augen.“ (Num 13,33) Wir schaffen es nicht. Und zwei von ihnen, Kaleb und Josua, sagen: „Doch, wir können, denn Gott ist mit uns.“ (Num 14,6-9) Und die Menschen hören auf den Bericht der Mehrheit. Und sie weinen und sagen: „Wir wollen wieder nach Ägypten ziehen, in das Land der Knechtschaft und Sklaverei und der Dunkelheit und der Nacht.“ (Num 14,4) Und Gott sagt: „Eure eigenen Leiber sollen in dieser Wüste verfallen…. Nach der Zahl der vierzig Tage, in denen ihr das Land erkundet habt – je ein Tag soll ein Jahr gelten -, sollt ihr vierzig Jahre eure Schuld tragen,… In dieser Wüste sollen sie aufgerieben werden und dort sterben.“ (Num 14,32-35) Dann sagt der nächste Vers: „So starben vor dem HERRN durch eine Plage alle die Männer, die Mose ausgesandt hatte, um das Land zu erkunden, und die zurückgekommen waren und die ganze Gemeinde gegen ihn zum Murren verleitet hatten.“ (Num 14,36) Da sagten die Leute: „Hier sind wir und wollen hinaufziehen in das Land, von dem der HERR geredet hat; denn wir haben gesündigt.“ Und der Herr sagte: „Nein, ich werde nicht mit euch ziehen!“ „Aber sie waren so vermessen und zogen hinauf auf die Höhe des Gebirges;… Da kamen die Amalekiter und Kanaaniter, die auf dem Gebirge wohnten, herab und schlugen und zersprengten sie bis nach Horma.“ (Num 14,39-45) Die Sünde zum Tode: du hattest eine offene Tür vor dir und wolltest nicht hindurchgehen. Nun ist es für immer vorbei.

Es fehlt die Zeit, um im Neuen Testament zu lesen:

 

Darum, wie der Heilige Geist spricht: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, 8 so verstockt eure Herzen nicht, wie es geschah bei der Verbitterung am Tage der Versuchung in der Wüste, 9 wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch meine Werke gesehen vierzig Jahre lang. 10 Darum wurde ich zornig über dieses Geschlecht und sprach: Immer irren sie im Herzen! Aber sie verstanden meine Wege nicht, 11 so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.« (Hebr 3,7-11)

 

Der Tag ist vorbei, er ist für immer vergangen: die Sünde zum Tode. Ein anderes Beispiel von hunderten, die ich hätte wählen können, aus dem 25. Kapitel der Genesis:

 

„Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war müde 30 und sprach zu Jakob: Lass mich essen das rote Gericht; denn ich bin müde. Daher heißt er Edom. 31 Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt. 32 Esau antwortete: Siehe, ich muss doch sterben; was soll mir da die Erstgeburt? 33 Jakob sprach: So schwöre mir zuvor. Und er schwor ihm und verkaufte so Jakob seine Erstgeburt. 34 Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß und trank und stand auf und ging davon. So verachtete Esau seine Erstgeburt.“ (Gen 25,29-34)

 

Jetzt das Neue Testament:

 

„Dass nicht jemand sei ein Abtrünniger oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. 17 Ihr wisst ja, dass er hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte.“ (Heb 12,16-17)

 

Das ist eine der traurigsten Geschichten in der Bibel. Als die Zeit kam, dass er den Segen empfangen sollte, wurde er abgelehnt, er hatte sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht verkauft. Und die Schrift sagt: „Und er weinte sehr, aber er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte.“ Seine große Chance war vorbei – die Sünde zum Tode.

Schließlich gibt es Sünde zum Tode, die ewige Sünde, den geistlichen Tod. Zuerst im Alten Testament, im 6. Kapitel der Genesis:

„Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden … aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, 6 da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, 7 und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde…“ (Gen 6,7-7)

 

Und nach 120 Jahren vernichtete der Herr sie vom Angesicht der Erde. Gott verschloss die Tür. Und nun hören Sie die schrecklichsten Worte, die ich von den Lippen unseres Herrn kenne:

 

„Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. 32 Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.“

(Mt 12,31-32)

 

Dieser Mensch hat eine unverzeihliche und ewige Sünde begangen. Oder, wie der Herr die Geschichte von den zehn Jungfrauen in Matthäus 25 erzählt: fünf von ihnen gingen hinein und Gott schloss die Tür zu. Die fünf anderen klopften an und sagten: „Öffne uns, öffne uns die Tür!“ Aber Jesus sagte: „Gott hat die Tür verschlossen. Gott hat es getan.“ Wenn ein Mensch Gott, den Vater ablehnt, kann er ihn vielleicht durch den Sohn finden. Wenn ein Mensch Gott, den Sohn ablehnt, kann er ihn vielleicht durch den Heiligen Geist finden. Wenn ein Mensch den Heiligen Geist ablehnt, bleibt nichts anderes übrig als der Tod, die ewige, unendliche Verdammnis (Mt 12,32).

Nur noch eine Illustration aus dem 15. Kapitel des Buches Numeri. Hier wird etwas über Opfer im Alten Testament gesagt, dessen sich die meisten Christen nicht bewusst sind.

 

„Wenn aber ein Einzelner aus Versehen sündigen wird, so soll er eine einjährige Ziege zum Sündopfer bringen. 28 Und der Priester soll Sühne schaffen vor dem HERRN für den, der aus Versehen gesündigt hat, dass er für ihn Sühne schaffe und ihm vergeben werde…. Wenn aber ein Einzelner aus Vorsatz frevelt, es sei ein Einheimischer oder Fremdling, so hat der den HERRN geschmäht. Er soll ausgerottet werden aus seinem Volk; 31 denn er hat des HERRN Wort verachtet und sein Gebot gebrochen. Ja, der soll ausgerottet werden; seine Schuld bleibt auf ihm.“

(Num 15,27-31)

 

Es gibt kein Opfer in der Bibel für die Trotz-Sünde, für die vorsätzliche Übertretung; es gibt kein Opfer. Und ich lese mit einem Schaudern im 10. Kapitel des Hebräerbriefes:

 

„Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir hinfort kein andres Opfer mehr für die Sünden, 27 sondern nichts als ein schreckliches Warten auf das Gericht und das gierige Feuer, das die Widersacher verzehren wird. 28 Wenn jemand das Gesetz des Mose bricht, muss er sterben ohne Erbarmen auf zwei oder drei Zeugen hin. 29 Eine wie viel härtere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes für unrein hält, durch das er doch geheiligt wurde, und den Geist der Gnade schmäht? 30 Denn wir kennen den, der gesagt hat: »Die Rache ist mein, ich will vergelten«, und wiederum: »Der Herr wird sein Volk richten.« 31 Schrecklich ist’s, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“

(Hebr 10,26-31)

 

Oder, wie er das 12. Kapitel abschießt: „Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“ (Hebr 12,3)

Was müssen wir tun? Was wir tun müssen, ist umkehren, umkehren, umkehren. Das ist das Wort „Buße“, metanoeo, Umkehr, umkehren. Was von uns erwartet wird, ist eine Antwort. Im dritten Kapitel des Johannesevangeliums spricht Jesus von dieser Katastrophe des Volkes Gottes im Buch Numeri, als sie von Schlangen gebissen wurden, und sagt: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“ (Joh 3,14-15) Du musst nur auf ihn schauen, hinschauen und leben, mein Bruder, leben. Schau nur auf ihn im Glauben. Oder auch der Dieb am Kreuz, er kehrt um: „Herr, gedenke an mich!“ (Lk 23,42) Kehre um! Oder, wie es im Römerbrief 10,9 heißt: „Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“ Wenn ich umkehre, wenn ich zu ihm aufsehen werde, wenn ich bitten werde, wenn ich antworte, wenn ich bekenne, kann ich gerettet werden.

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